
Hauttoxizität: Welche Stoffe werden aus Ihrer Kleidung freigesetzt?
Der transdermale Effekt
Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Sie ist keine undurchlässige Barriere, sondern durchlässig. Durch einen Prozess namens „transdermale Absorption“ können Substanzen, die mit der Haut in Kontakt kommen, in den Blutkreislauf gelangen.
Wir machen uns Gedanken darüber, was wir essen (Bio-Lebensmittel) und was wir auf unser Gesicht auftragen (Naturkosmetik). Doch wir ignorieren oft das, was 90 % unseres Körpers 16 Stunden am Tag bedeckt: unsere Kleidung.
1. Die Chemikalien in synthetischen Stoffen
Synthetische Kleidung (insbesondere Polyester und Elasthan aus unregulierten Lieferketten) enthält oft chemische Rückstände aus dem Herstellungsprozess.
- BPA (Bisphenol A): Häufig in Polyestergemischen (insbesondere Socken und Sport-BHs) enthalten. BPA ist ein bekannter endokriner Disruptor, der Östrogen nachahmt und potenziell die reproduktive Gesundheit beeinträchtigen kann.
- Phthalate: Werden verwendet, um Kunststoffe flexibel zu machen (z. B. Logos auf T-Shirts). Stehen im Verdacht, hormonelle Ungleichgewichte zu verursachen.
- Azofarbstoffe: Billige synthetische Farbstoffe, die bei Kontakt mit Schweiß krebserregende Amine freisetzen können.
2. Der Hitzefaktor
Die Absorptionsfähigkeit steigt mit Wärme und Feuchtigkeit.
Beim Training in Funktionskleidung aus synthetischen Materialien öffnen sich die Poren, um Schweiß abzugeben. Dadurch entstehen ideale Bedingungen, damit Chemikalien aus dem Stoff in den Körper gelangen können.
Deshalb ist das Tragen von zertifizierten, unbedenklichen Materialien bei Sport- und Nachtwäsche (bei der man 8 Stunden lang direkten Kontakt hat) von entscheidender Bedeutung.
3. Die Zertifizierungslösung (OEKO-TEX)
Woran erkennt man, ob ein Stoff unbedenklich ist? Man kann die Chemikalien nicht sehen.
Deshalb sind Tests durch Dritte unerlässlich.
Der OEKO-TEX® Standard 100 ist der globale Maßstab. Er prüft auf Hunderte von Schadstoffen (auch solche, die noch nicht gesetzlich verboten sind).
- Wenn ein Kleidungsstück dieses Etikett trägt, bedeutet dies, dass jeder Faden, jeder Knopf und jeder Farbstoff getestet und für die menschliche Gesundheit als unbedenklich befunden wurde.
Abschluss
Bei nachhaltiger Mode geht es nicht nur darum, den Planeten zu retten, sondern auch darum, die eigene Biologie zu schützen.
Die Wahl zertifizierter Naturfasern oder umweltfreundlicher Synthetikfasern ist eine vorbeugende Gesundheitsmaßnahme.


